Vor einiger Zeit suchte per Annonce ein Mann einen anderen Mann, der sich von ihm schlachten und aufessen ließe. Die beiden kamen zusammen, A tötete B und aß Teile von ihm auf. Skandal, Skandal, Aufregung.
Dann gab es eine junge Frau, die als junges Mädchen entführt und in einem Verließ gehalten wurde über Jahre. Sie entkam endlich nach Jahren, ihr Entführer nahm sich das Leben. Skandal, Skandal, Aufregung.
Dann hielt ein Vater seine Tochter 24 Jahre gefangen, vergewaltigte sie regelmäßig, zeugte sieben Kinder mit ihr. Skandal, Skandal, Aufregung.
Vor kurzem erschoß ein verklemmter, 17 Jahre alter Knilch mit der herumliegenden Knarre seines Vaters 15 unschuldige Menschen und sich selber in einem Anflug von Amok. Aufregung, Aufregung, Skandal.
Was verbindet alle diese Fälle? Alle diese Fälle zeigen Extremformen menschlichen Verhaltens. Zum Glück passieren diese Fälle extrem selten. Besser wäre sie passierten gar nicht. Alle Opfer sind unglaublich, unvorstellbar geschundene Menschen, ihr Leid dem normalen Menschen nicht annähernd nachvollziehbar.
Und doch sind es Menschen, die diese Taten verübten. Mit anderen Worten sind es Extremwerte in der Statistik menschlichen Verhaltens. Könnte es nicht sein, dass ein kleiner Sadist oder ein mehr oder weniger kleiner Amokläufer in jedem von uns steckt?
Es sind von der menschlichen Rasse gemachte Verbrechen, die offenbar zum (seltenen, aber grundsätzlich vorhandenen) menschlichen Verhaltensrepertoire gehören.
Sie werden wieder passieren, sie sind nicht vermeidbar. Drum prüfe sich jeder in wieweit er oder sie selber zu extremem menschlichen Verhalten tendieren könnten.